Chirurgische Gemeinschaftspraxis Northeim

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Hallux valgus (Großzehendeformität)

Beschwerden:
Schmerzen meist an der Basis der Großzehe am inneren Fußrand, hier springt der erste Mittelfußknochen deutlich hervor (Exostose"). Durch den Hallux valgus wird die Haut durch das Schuhwerk mechanisch gereizt und der Bereich erscheint gerötet und entzündlich verändert. Mit der Zeit verdickt sich an dieser Stelle der schützende Schleimbeutel. Dadurch wird der Ballen noch ausladender und der Druck erhöht sich weiter. Wird der Hallux valgus nicht behandelt, beginnt ein Teufelskreis aus Entzündungen, Schwellungen und Schmerzen. Auch das Großzehengrundgelenk wird in Mitleidenschaft gezogen. Hier kann sich eine Arthrose ausbilden. Der Zustand verschlechtert sich im Laufe der Zeit immer mehr. In extremen Fällen eines Hallux valgus kann sich die Großzehe über die zweite und dritte Zehe legen. Es kommt zu Schmerzen und Druckstellen am Fuß. Die abgewinkelte Zehe und die Verschiebung der übrigen Zehen behindern den natürlichen Laufvorgang.

Befund:
Der „Hallux valgus“ stellt eine Zehendeformität der Großzehe dar mit Abweichung der Zehe nach außen und einem vorspringendem Großzehengrundgelenk (Übergang Mittelfuß zur Zehe) auf der Fußinnenseite. Oftmals ist es hier bereits zu einer Verdickung des Mittelfußköpfchens (durch zusätzliche Knorpel-/ Knochenbildung) mit einer Schleimbeutelentzündung („Bursitis“) durch mechanisch-entzündliche Reizung gekommen.

Ursache:
Fußfehlstellung/-deformität, häufiges Auftreten bei Spreizfuß, Frauen sind häufiger als Männer betroffen. Die subjektiv empfundenen Beschwerden korrelieren oftmals nicht mit dem Ausmaß der Fehlstellung.

Notwendigkeit eines operativen Eingriffs:
Die operative Revision ist ein Wahleingriff, d.h. ein sofortiges Vorgehen ist nicht erforderlich. Bei zu langem Abwarten kann es aber zu einer deutlichen Zunahme der Beschwerden und Bewegungseinschränkung durch zunehmende Fehlstellung und Arthrose im Großzehengrundgelenk kommen. Sollte eine Beeinflussung der ursächlichen Deformität durch Verbände oder Einlagenbehandlung nicht möglich sein, so ist eine Korrekturoperation der Zehe(n) erforderlich.

Die Anästhesie:
Der operative Eingriff erfolgt in Blutleere des Unterschenkels in „i.v.-Regionalanästhesie“: Hierzu erhält der Patient zunächst eine Verweilkanüle am Fußrücken des zu operierenden Beins. Die oberflächlichen Venen werden mit einer breiten Kunstoffbinde ausgewickelt, dann wird eine zuvor angelegte Blutdruckmanschette am Unterschenkel aufgepumpt. Über die Verweilkanüle wird ein Anästhetikum verabreicht, bereits nach kurzer Zeit ist der Unterschenkel von den Zehenspitzen bis zur Blutdruckmanschette betäubt.

 

 



 

Die Manschette wird bei Operationsende langsam wieder abgelassen, sehr langsam „kehrt das Gefühl zurück“. Erwähnt werden sollte hierbei, daß die aufgepumpte Blutdruckmanschette am Unterschenkel während des Eingriffs „lästig“ wird, sie drückt. Daher versuchen wir durch ein gezieltes Operationsvorgehen die Operationszeit möglichst „kurz“ zu halten.
Alternativ zu dem genannten Verfahren kann die Operation auch in Vollnarkose oder in Rückenmarksnarkose durchgeführt werden. Gern wird der Narkosearzt den zu operierenden Patienten über die erforderliche Narkose beraten.

Die Operation:
Ca. 150 OP-Techniken sind mit teilweise minimalen Varianten bekannt, ein Idealverfahren ist leider nicht benannt! Wir gehen häufig nach dem Verfahren nach „Chevron“ mit „lateralem Release“ vor. Dieses Verfahren wird im folgenden beschrieben:
Zunächst werden über einen ca. 2 cm langen Hautschnitt zwischen Großzehe und 2. Zehe die sehnigen Verwachsungen zwischen den Zehen gelöst. Dann erfolgt ein weiterer Hautschnitt in ca. 4 bis 5 cm Länge über dem vorstehenden Mittelfußköpfchen auf der Fußinnenseite. Entfernung des (entzündlich veränderten) Schleimbeutels, die Gelenkkapsel wird eröffnet und das Mittelfußköpfchen dargestellt. Zur Korrektur der Zehe wird zunächst der überstehende Knochenvorsprung abgetragen, dann ein V-förmiger Keil im Bereich des Mittelfußköpfchens außerhalb der gelenktragenden Flächen gesägt. Nun läßt sich das Köpfchen korrigierend verschieben. Das erzielte Ergebnis muß aber mit einem sog. „Kirschnerdraht“ gehalten werden. Dieser Draht wird i.d.R. nach ca. 1 Monat wieder entfernt. Nach Raffung der Gelenkkapsel erfolgt der schrittweise Wundverschluß. Ggf. wird nach blutstillenden Maßnahmen ein "Mini-Redon“ eingelegt, ein kleiner Schlauch, der das sich möglicherweise sammelnde Wundsekret drainiert. Dieses Redon wird spätestens am zweiten Tag nach der Operation entfernt, die Hautfäden werden nach 10-12 Tagen gezogen. Ein angelegter Druckverband soll einen möglicherweise auftretenden Bluterguß geringer halten. Abschließend wird ein Vorfußentlastungsschuhs angepaßt. Zumindest über einen Zeitraum der eingeschränkten Mobilität sollte sich der Patient „Antithrombosespritzen“ verabreichen. Diese werden von uns rezeptiert, der Patient wird zum Selbstspritzen angelernt.

Nach der Operation:
Insbesondere während der 1. postoperativen Woche ist der Vorfuß gereizt und geschwollen. Auch darüberhinaus können Schmerzen auftreten. Der Draht wird nach ca. 1 Monat in örtlicher Betäubung wieder entfernt. Eine Vollbelastung mit Abrollen über den Vorfuß ist frühestens nach 6-8 Wochen möglich! Dieses sollte bei der Überlegung des OP-Termins unbedingt bedacht werden!. 

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halluxvalgus

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