Chirurgische Gemeinschaftspraxis Northeim

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Dupuytren'sche Kontraktur

Beschwerden:
Zunächst meist schmerzlose Strang- und Knotenbildung in der Hohlhand und den Fingerbeugeseiten. Zunehmende Bewegungseinschränkung des/ der betroffenen Finger(s) und zuletzt vollständige Fixierung in Beugestellung. Am häufigsten sind Ring- und Kleinfinger betroffen, es können aber auch mehrere/alle Finger mitbeteiligt sein.

Ursache:
Ungeklärt. Männer sind häufiger als Frauen betroffen. Bindegewebige Veränderung der sog. Hohlhandfaszie.

Notwendigkeit eines operativen Eingriffs:
Die operative Revision ist ein Wahleingriff, d.h. ein sofortiges Vorgehen ist nicht erforderlich. Bei zu langem Abwarten kann es aber zu einer deutlichen Zunahme der Beschwerden und Bewegungseinschränkung des/der betroffenen Finger(s) kommen. Dieses erschwert zum einen den operativen Eingriff, zum anderen muss die Beweglichkeit in der Folge mühevoll wieder erübt werden. Bei einem zu lange abwartenden Verhalten kann bei eingetretener Kontraktilität der Gelenke die volle Beweglichkeit möglicherweise nicht wieder erreicht werden.

Die Anästhesie:
Der Eingriff erfolgt in der Regel in Blutleere des Arms in sog. „i.v.-Regionalanästhesie“: Hierzu erhält der Patient zunächst eine Verweilkanüle am Handrücken des zu operierenden Arms. Die oberflächlichen Venen werden mit einer breiten Kunststoffbinde ausgewickelt, dann wird eine zuvor angelegte Blutdruckmanschette am Oberarm aufgepumpt. Über die Verweilkanüle wird ein Anästhetikum verabreicht, bereits nach kurzer Zeit ist der Arm von den Fingerspitzen bis zur Blutdruckmanschette betäubt. Die Manschette wird bei Operationsende langsam wieder abgelassen, sehr langsam „kehrt das Gefühl zurück“. Erwähnt werden sollte hierbei, dass die aufgepumpte Blutdruckmanschette am Oberarm während des Eingriffs „lästig“ wird, sie drückt. Daher versuchen wir durch ein gezieltes Operationsvorgehen die Operationszeit möglichst „kurz“ zu halten.
Alternativ zu dem genannten Verfahren kann die Operation auch in Vollnarkose oder in "Plexusanästhesie" durchgeführt werden. Hierbei werden die Nervenbündel im Bereich der Achselhöhle mit einem Medikament umspritzt, so dass der gesamte Arm in der Folge betäubt ist.
Gern wird der Narkosearzt den zu operierenden Patienten über die erforderliche Narkose beraten.




Die Operation:
Der Hautschnitt verläuft individuell je nach Befund und Ausprägung der Veränderung Y- oder Z-förmig („Zick-Zack-Schnitt“) im Bereich der Hohlhand und kann evtl. bis zu den Endgelenken des/der Finger(s) reichen. Die darunterliegende „Hohlhandfaszie“ wird dargestellt und im erkrankten Bereich (ggf. auch vollständig) entfernt. Nach blutstillenden Maßnahmen wird im Unterhautfettgewebe ein sog. "Miniredon“ eingelegt, ein kleiner Schlauch, der das sich möglicherweise sammelnde Wundsekret drainiert. Dieses Redon wird spätestens am zweiten Tag nach der Operation entfernt, die Hautfäden werden nach 10 bis 12 Tagen gezogen. Ein angelegter Druckverband soll einen möglicherweise auftretenden Bluterguss gering halten. Abschließend wird zur Ruhigstellung für vier bis fünf Tage eine Schiene angelegt.

Komplikationen und Risiken:
Jeder körperliche Eingriff birgt auch unerwünschte Nebenwirkungen: Im Allgemeinen kann es zu Wundinfekten, Wundheilungsstörungen, Nerv- und Gefäßläsionen sowie zu Blutergussbildungen („Hämatom“) kommen. Speziell bei der Operation der Dupuytren‘schen Kontraktur kann es zu Narbenschrumpfungen, seltener zu örtlichen Sensibilitätsstörungen kommen.

Verhalten nach der Operation:
Nach Fortlassen der Schiene und Entfernung des Redons, sowie des Nahtmaterials kann die Hand zunehmend beübt und belastet werden. Unbedingt sollte eine krankengymnastische Übungsbehandlung durchgeführt werden. Um möglicherweise auftretenden Narbenschrumpfungen vorzubeugen, sollte die Haut mit einer Creme (z.B. Bepanthen®-Wund- und Heilsalbe) regelmäßig eingerieben werden.

Nachbemerkung:
Auch an den nichtoperierten Nachbarfingern kann eine Dupuytren‘sche Kontraktur (manchmal erst nach mehreren Jahren) auftreten. Wir empfehlen daher zur Früherkennung von Problemen, nicht zuletzt auch an den anderen Fingern, Nachsorgetermine wahrzunehmen.

 

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Dupuytren

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