Chirurgische Gemeinschaftspraxis Northeim

Chirurgische Gemeinschaftspraxis Northeim

Lymphödem

Oft unerkannt und falsch therapiert

Die Ursachen sind vielfältig, die Zahl der Betroffenen geht allein in Deutschland in die Millionen. Doch die Krankheit ist selbst bei Ärzten häufig unbekannt: Lymphödem heißt das chronische Leiden, bei der sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Dadurch kann es zunächst zu schmerzhaften Spannungen und im schlimmsten Fall zu unförmigen verhärteten Schwellungen kommen.

Das Lymphgefäßsystem transportiert täglich zwischen 2 und 4 Liter Flüssigkeit aus dem Zwischenzellgewebe ab. Darin gelöste große Stoffwechselprodukte, Fremdstoffe, Bakterien, Viren, Zelltrümmer, die vom Blutgefäßsystem nicht wieder aufgenommen werden können, leitet es über feine Transportgefäße in immer größere. Die Lymphflüssigkeit (Lymphe) wird herzwärts transportiert und im Bereich der Schlüsselbeingrube in die obere Hohlvene abgegeben. Gefäßklappen gewährleisten die Fließrichtung. Auf ihrem Weg durchläuft die Lymphe zirka 600 Lymphknoten, die in Gruppen oder Ketten angeordnet sind. Diese reinigen die Lymphe von Schlacken, Bakterien, Zelltrümmer etc. Ist der Abfluss der Lymphe gestört, bleiben die zu entsorgenden Stoffe, vor allem Eiweiße, im Zwischenzellgewebe liegen. Eiweiße haben eine stark wasserbindende Kraft und stören das Flüssigkeitsgleichgewicht zwischen dem Inneren der Blutkapillare und dem Zwischenzellgewebe. Es entwickelt sich ein Lymphödem, „Wasseransammlungen“ meist in Beinen oder Armen.
Behandlung bringt Lymphe in Bewegung Das effektivste Verfahren, Lymphödeme zu entstauen, ist die physikalische Ödemtherapie.






Deren tragende Säule sind die manuelle Lymphdrainage, die Kompressionstherapie und die Bewegung in der Kompression. Weitere zusätzliche Maßnahmen wie Atemübungen, Lagerung und Hautpflege kommen dazu.

Die manuelle Lymphdrainage ist eine Behandlungsmethode, bei der spezielle Handgriffe zum Einsatz. Das regt die Lymphgefäße zu verstärkter Aktivität an. So können sie bis zu zehnmal mehr Lymphe abtransportieren. Auch die im Gewebe liegen gebliebenen Eiweiße, die immer wieder neue Ödemflüssigkeit an sich ziehen, werden mit dieser Technik gelockert und können dann über die Lymphwege entsorgt werden. Allerdings wird das schlanker und weicher gewordene Gewebe sofort wieder mit Wasser gefüllt, wenn man den Druck nicht durch Kompression erhöht, die ganztags getragen werden soll. Das liegt auch daran, dass die Lymphgefäße und die Umgehungskreisläufe so überlastet und überdehnt sind, dass ihre Klappen nicht mehr schließen und die Lymphe ins Gewebe zurückläuft.

Klingt einfach, aber rund 90 Prozent aller Lymphödem-Patienten sind noch immer falsch- oder unterversorgt. In der Behandlung von Lymphödemen ist es entscheidend, daß die Spezialisten Hand in Hand arbeiten. Angefangen bei dem behandelnden Arzt über den Physiotherapeuten für die Manuelle Lymphdrainage bis hin zum Sanitätshaus für die passgenaue Kompressionsversorgung.

Mehr Informationen:
Entstauungstherapie.pdf

 

entstauungstherapie

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